Wiedereröffnung
Sanierung des Altbaus
Finanzierung
Geschichte der Altmeistersammlung im Städel
Publikation
Neue Hängung und Schwerpunkte der Sammlungspräsentation
Neuerwerbungen und Schenkungen
Highlights
Filme
Begleitprogramm

Wiedereröffnung

Mit der Neueröffnung des Mainflügels und der neu eingerichteten Präsentation der Sammlung "Alte Meister" (1300 bis 1800) am 15. Dezember 2011 finden die umfangreichen Sanierungsarbeiten im Städel-Altbau ihren Abschluss. Die von Prof. Dr. Jochen Sander, Sammlungsleiter "Alte Meister" und Stellvertretender Direktor des Städel, konzipierte neue Hängung profitiert wesentlich von der Wiederherstellung der historischen Hauptachse des Mainflügels, die von der zentralen Rotunde ausgehend die großen Oberlichtsäle und die ihnen zugeordneten Kabinette verbindet. Während die östliche Gebäudeseite mit Meisterwerken von Dürer, Grünewald, Holbein und Elsheimer, von Rembrandt, Vermeer, Brueghel und Rubens der deutschen, holländischen und flämischen Malerei vorbehalten ist, beherbergen die westlich an den Kuppelsaal anschließenden Galerieräume vor allem Werke der romanischen Schulen, glanzvoll vertreten durch Mantegna und Botticelli, Tiepolo und Batoni, Poussin und Chardin. Die Rotunde selbst hat die zwar kleine, aber qualitativ überragende Gruppe der frühen niederländischen Gemälde aufgenommen – eine Hommage an die zentrale Rolle, die Künstler wie Jan van Eyck, der "Meister von Flémalle" oder Rogier van der Weyden für die Entwicklung der europäischen Malerei in Nord und Süd gespielt haben.

Neben altbekannten und weltberühmten Meisterwerken des Städel kann die Neueinrichtung der Sammlung auch zahlreiche Neuzugänge aufweisen, die als wichtige Ergänzungen Lücken in der Altmeistersammlung des Städel Museums schließen. Einen Höhepunkt bildet das angekaufte Bildnis von Papst Julius II. von Raffael und seiner Werkstatt. Darüber hinaus konnte durch einen Ankauf des Städelschen Museums-Vereins ein Bildnis Martin Luthers von Lucas Cranach d. J. für das Museum gesichert werden. Durch eine Schenkung des Ehepaares Barbara und Eduard Beaucamp kam die um 1621/22 entstandene "Madonna mit Kind" von Guercino in die Sammlung.

"Die Erweiterung der Städelschen Sammlung ist uns in allen Bereichen ein großes Anliegen", sagt Max Hollein, Direktor des Städel Museums. "Parallel zur Weiterentwicklung der Sammlungen haben wir auch die baulichen Maßnahmen umgesetzt, die die Substanz des Hauses nicht nur erhalten, sondern es an die Erfordernisse eines modernen Museumsbetriebs anpassen."

"Wir freuen uns sehr, unsere bedeutende Altmeistersammlung, die das Fundament des Städel bildet, nun wieder an ihrem angestammten Platz zeigen zu können, nachdem sie während der Sanierungsarbeiten viele Tausende Besucher im Guggenheim Museum Bilbao sowie in Tokyo und Aichi begeistert hat", unterstreicht Prof. Dr. Nikolaus Schweickart, Vorsitzender der Administration des Städel Museums.

Sanierung des Altbaus

Während der 15-monatigen Umbauphase wurde der gesamte Altbau (Main- und Gartenflügel) generalsaniert. Unter der Leitung des Architekturbüros schneider+schumacher, das auch für die Architektur der im Bau befindlichen Erweiterung des Städel verantwortlich ist, wurde der Altbau brandschutztechnisch ertüchtigt und die Barrierefreiheit des Hauses hergestellt. Weitere Maßnahmen betrafen die Anbindung an den Neubau über eine zentrale Treppe, die sich genau in der Achse des Haupteinganges befindet, sowie die Wiederherstellung des Metzler-Saals. Für den Saal hat der international renommierte Künstler Thomas Demand eigens eine Arbeit geschaffen.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurden die Räumlichkeiten des Sammlungsbereichs "Alte Meister" im Mainflügel und zuvor der "Kunst der Moderne" im Gartenflügel nach Plänen der Architekten Kuehn Malvezzi architektonisch und technisch optimiert. Die 1878 von dem Architekten Oskar Sommer entwickelte Raumdisposition – die beim Wiederaufbau des Städel nach dem Zweiten Weltkrieg verändert worden war – wurde durch die Öffnung der Zentralachse wiederhergestellt. Die Hängeflächen konnten erheblich vergrößert werden, indem die Seitenfenster der Kabinette teilweise geschlossen wurden. Der neue Parcours wird durch ein spezifisches Farbkonzept unterstützt. Im Sammlungsbereich "Alte Meister" dominieren kräftige und klassische Farbtöne: die drei Grundfarben Rot, Blau und Grün verknüpfen sich jeweils mit den unterschiedlichen Sammlungsgebieten in den Oberlichtsälen. Die angegliederten Kabinette hingegen präsentieren sich auch in intimeren Sonderfarben.

Unterstützt wird die Farbkonzeption der Sammlungspräsentation durch ein neues Lichtsystem. Die Oberlichtebene der großen Säle wurde durch dimmbares Kunstlicht erneuert, sodass nun eine individuelle Anpassung der Beleuchtung an die jeweilige Präsentation in den Einzelsälen möglich ist. Mithilfe einer Lichtschiene können einzelne Exponate zusätzlich durch Halogen- und LED-Strahler akzentuiert werden. Der Austausch der Sitzelemente durch neu gestaltete Lederbänke ermöglicht die unsichtbare Integration technischer Geräte der Luftbehandlung und vervollständigt die Sammlungspräsentation im Altbau als neues und zugleich vertrautes Raumerlebnis für den Besucher.

Finanzierung

Die Kosten für die Sanierung des Altbaus – des Garten- und des Mainflügels – betragen insgesamt 18 Millionen Euro. Davon hat die Stadt Frankfurt 11,4 Millionen übernommen. Die restliche Summe wird vom Städel Museum aufgebracht. "Frankfurt hat in den letzten Jahren bewiesen, welche herausragende Rolle Kultur in einer lebendigen Großstadt spielt", sagt Prof. Dr. Felix Semmelroth, Kulturdezernent der Stadt Frankfurt. "Kultur ist gerade für eine Wirtschaftsmetropole wie Frankfurt ein wesentlicher Faktor für deren Positionierung sowohl in der Region als auch darüber hinaus. Das Städel, das seit 1908 auch die Werke der Städtischen Galerie beheimatet, nimmt als kulturelles Glanzlicht dabei eine wichtige Stellung ein. Aus diesem Grund sieht es die Stadt Frankfurt als ihre Aufgabe, die erfolgreiche Arbeit des Städel zu unterstützen und für die Zukunft zu sichern", so Prof. Dr. Semmelroth.

Den abschließenden Höhepunkt der Neueröffnung des Städel Museums wird die Präsentation der Gegenwartskunst im neu errichteten Erweiterungsbau bilden, die ab 25. Februar 2012 zu sehen sein wird.

Geschichte der Altmeistersammlung im Städel

Seit seiner Gründung im Jahr 1815 ist das Städel ein Museum der mittleren und kleineren Bildformate gewesen. Dies galt schon für die Sammlung des Stifters Johann Friedrich Städel (1728–1816) selbst, aber auch noch für die Masse der im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ins Haus gekommenen Werke alter Meister. Vielfach handelte es sich um Stiftungen oder Legate von dem Vorbild Städels nacheifernden Frankfurter Bürgern; die Werke waren zuvor meist Teil ihrer Kunstsammlungen in der Mainmetropole gewesen. Derartige Kunstsammlungen gehörten schon im 18. Jahrhundert zum Instrumentarium der Selbstdarstellung der wohlhabenden patrizischen und bürgerlichen Familien Frankfurts, die sich damit letztlich am traditionellen Vorbild des Adels orientierten.

Doch eine Korrektur dieses durch den spezifischen Geschmack der Frankfurter Sammler bedingten Profils wurde bereits im ersten Jahrzehnt nach der Einrichtung des Städel Museums eingeleitet. Zunächst noch durch Erbstreitigkeiten mit entfernten Verwandten des Stifters behindert, zielten die Administratoren der Stiftung seit 1828 darauf ab, aus Städels privater Kollektion eine öffentliche Sammlung zu machen, die beispielhafte Werke der wichtigsten Schulen der europäischen Malerei darbieten sollte. Durch den Glücksfall der Berufung Johann David Passavants, des großen Kunsthistorikers und Kunstkenners, zum Städel-Inspektor – ein Posten, den er von 1840 bis zu seinem Tod 1861 bekleidete – und durch die Sammlungsaktivität seiner Nachfolger wurde dieses Ziel erreicht. "Nicht zuletzt der Kennerschaft Passavants, der übrigens als Künstler im Kreise der Nazarener begonnen hatte, ist es zu verdanken, dass die Sammlung der alten Meister im Städel ihr bis heute international bewundertes Qualitätsniveau erlangte", betont Prof. Dr. Jochen Sander. Es wurden nicht nur Schlüsselwerke der frühen niederländischen, der deutschen und der italienischen Malerei erworben, sondern auch wichtige holländische und flämische Barockgemälde zur Ergänzung des schon von Städel selbst Erworbenen angekauft. Doch repräsentative, "fürstliche" Großformate wie Rembrandts "Blendung Simsons", Tiepolos "Die Heiligen der Familie Crotta" oder Poussins "Gewitterlandschaft mit Pyramus und Thisbe" sollten erst im Verlauf des 20. Jahrhunderts ins Städel Museum einziehen. Mit dieser Aufgabe der gezielten Schließung von vorzugsweise geschmacksbedingt entstandenen Lücken im Altmeisterbestand sieht sich das Städel Museum bis heute konfrontiert.

Publikation

 Begleitend zur Wiedereröffnung des Bereichs "Alte Meister" erscheint der neue Sammlungsüberblick "Alte Meister (1300–1800) im Städel Museum", der anhand der Bestände wichtige Aspekte und Etappen der europäischen Malereigeschichte zwischen 1300 und 1800 beleuchtet. Zentrale Bildaufgaben – wie das monumentale, öffentliche Altarbild, das individuell genutzte, eher kleinfigurige Andachtsbild, das Porträt, die Landschaft, das Genre und das Stillleben – werden ebenso diskutiert wie historisch bedeutende und zugleich die Städel-Sammlung besonders prägende Entwicklungsabschnitte der Kunstentwicklung in Europa: die Malerei im nordeuropäischen Spätmittelalter und in der italienischen Renaissance, die Kunst des Manierismus und des Barock in Nord und Süd, schließlich die Malerei im 18. Jahrhundert. Die Gemälde im Städel stehen in diesen Essays immer im Vordergrund: die Texte sollen den Leser dazu animieren, die Werke selbst aufzusuchen und sich mit ihnen zu beschäftigen.

Deutsch, 2011. 276 Seiten, 249 Abb., Broschur, 35 Euro

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Neue Hängung und Schwerpunkte der Sammlungspräsentation

Die Neuhängung wartet mit einer Reihe von neuen thematischen Schwerpunkten auf. Gleich zu Beginn wird der Besucher mit einer "Petersburger Hängung" – einer symmetrischen Anordnung dicht an dicht in mehreren Reihen übereinander gehängter Werke – konfrontiert, die einen Eindruck der ursprünglichen Sammlung des Stifters Johann Friedrich Städel in seinem Wohnhaus am Frankfurter Roßmarkt vermittelt. Präsentiert wird der Großteil der noch vorhandenen Bilder aus dem Besitz Johann Friedrich Städels. Da jedoch, mit Städels ausdrücklicher Zustimmung, schon im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts weit über 400 der ehemals etwa 500 Gemälde der Ursprungssammlung verkauft wurden, um qualitativ bessere Werke erwerben zu können, lässt sich das konkrete Aussehen seiner Sammlungsräume nur punktuell rekonstruieren. Im Zentrum dieser Hommage an den Gründer des Hauses und die Ursprünge der Sammlung stehen zwei Bildnisse von Frans Hals, die zu den Meisterwerken der Städelschen Sammlung zählen. Im Städel Museum waren die Gemälde übrigens bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts nach dem Prinzip der "Petersburger Hängung" angeordnet; erst danach änderte sich der Zeitgeschmack.

Zudem spiegelt das Treppenhaus die Anfänge der Institution wider, indem es Monumentalwerke der Nazarener Philipp Veit und Friedrich Overbeck, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Geschicke des Hauses maßgeblich bestimmten, einem Werk Carl Friedrich Lessings gegenüberstellt, dessen Historienmalerei die religiöse Kunst der Nazarener ablöste.

Vom Treppenhaus führt der Weg in die Rotunde, die eine hochkarätige Gruppe früher niederländischer Gemälde präsentiert. Mit Werken von Künstlern wie Jan van Eyck, dem "Meister von Flémalle" oder Rogier van der Weyden gibt sie lebendiges Zeugnis davon, dass das Städel über eine der weltweit wichtigsten Sammlungen der frühen niederländischen Malerei verfügt.

Die Hauptsäle rechter Hand sind mit Hauptwerken von Lochner, Dürer, Grünewald, Holbein und Elsheimer, Rembrandt, Vermeer, Brueghel und Rubens der deutschen und niederländischen Malerei gewidmet, während sich links die romanischen Schulen mit Gemälden von Mantegna, Botticelli, Tiepolo und Batoni, Poussin und Chardin anschließen. Die den Hauptsälen zugeordneten Seitenkabinette nehmen weitere, überwiegend mittel- und kleinformatige Bilder der jeweiligen Sammlungszusammenhänge auf. Dank der spezifischen Qualität und Zusammensetzung der Frankfurter Altmeistersammlung ergeben sich jenseits eines bloß regionalen oder Schulkontexts immer wieder spezifische neue Schwerpunkte: Der mit Meisterwerken von Dürer, Grünewald, Cranach, Holbein und Altdorfer grandios bestückte Saal der deutschen Malerei am Vorabend der Reformation zeigt nicht nur die Sakralmalerei der Zeit, sondern ist zugleich eine außergewöhnliche Porträtgalerie. Die beiden der holländischen Malerei gewidmeten Säle, die um Hauptwerke Rembrandts und Vermeers angeordnet sind, präsentieren mit der Historien- bzw. Landschaftsmalerei zugleich deutliche thematische Schwerpunkte. Entsprechende Beobachtungen lassen sich auch in den übrigen Sälen und Kabinetten machen.

Die beiden das Treppenhaus im Westen flankierenden Kabinetträume umreißen ähnlich wie die Präsentation im Treppenhaus nochmals die Sammlungsgeschichte des Städel Museums. Hier ist die Ahnengalerie der Frankfurter Patrizierfamilie von Holzhausen ausgestellt, die 1923 als Vermächtnis des letzten männlichen Vertreters der Familie ins Museum gelangte. An Spitzenwerken von Faber von Creuznach, Urlaub und Ziesenis lässt sich hier nicht nur das sich über die Jahrhunderte wandelnde Repräsentationsbedürfnis der von Holzhausen ablesen, sondern zugleich auch die Entwicklung der deutschen Porträtmalerei zwischen Renaissance und Rokoko.

Als Vorboten der bevorstehenden Eröffnung der neuen Sammlungsräume für zeitgenössische Kunst im Februar 2012 grüßen in einem der Kabinette bereits das zentrale Werk "Oberon" von Georg Baselitz sowie das "Bildnis L. T." von Eugen Schönebeck. Sie treten in Dialog mit den alten Meistern und stehen beispielhaft für die Weiterführung der Städelschen Sammlung bis in die Gegenwart. Baselitz’ "Oberon" belegt das Fortleben eines manieristischen Gestus über die Jahrhunderte bis zur Kunst der Gegenwart. Dass Baselitz später selbst manieristische Kunst sammelte, macht diese hier zutage tretende ahistorische Analogie besonders interessant. Schönebecks "Bildnis L. T." zeigt den russischen Revolutionär Leo Trotzki nicht als dynamischen Führer, sondern als monumentale, fast versteinert wirkende Projektionsfigur mit einem übergroßen Kopf. Gerade im Vergleich mit dem "Bildnis eines Mannes" von Amico Aspertini wird auch Trotzkis unherrscherlich-befangene Haltung noch einmal deutlicher. Die kapitalen Werke von Baselitz und Schönebeck wurden dem Städel Anfang 2011 von der deutschen Sammlerin Dr. Dorette Hildebrand-Staab als Schenkung übergeben.

Die Neupräsentation "Alte Meister" wurde durch den Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes gefördert.

Neuerwerbungen und Schenkungen

Die Altmeistersammlung ist auch in jüngster Zeit immer wieder punktuell, aber gezielt durch den Erwerb exzeptioneller Einzelwerke bereichert worden. An die bedeutenden Ankäufe holländischer Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts zu Anfang des 20. Jahrhunderts – exemplarisch sei an "Die Blendung Simsons" von Rembrandt (1905) oder das "Ecce Homo" von Hieronymus Bosch (1917) erinnert – konnte in den letzten Jahren mit dem Erwerb des "Singenden jungen Manns" von Dirck van Baburen (2007) ebenso angeknüpft werden wie mit dem namensgebenden Hauptwerk des "Meisters der von Grooteschen Anbetung", einer Schenkung von Dagmar Westberg (2008).

Bildnis Papst Julius’ II. von Raffael und seiner Werkstatt

2010 konnte das Städel das Bildnis Papst Julius’ II. von Raffael und seiner Werkstatt aus der Privatsammlung Ellermann erwerben. Das Papstbildnis gehört zu Raffaels berühmtesten Werken und ist in mehreren Fassungen überliefert; die bekannteste befindet sich in der National Gallery in London, eine weitere in den Uffizien in Florenz. Das 106,0 x 78,4 cm große, auf Pappelholz gemalte Bildnis besticht nicht nur durch seine hohe künstlerische Qualität, sondern weist im Gegensatz zu der Londoner und Florentiner Fassung eine Reihe im Verlauf der Ausführung getätigter schöpferischer Veränderungen auf. Die mit Infrarotreflektografie sichtbar zu machende Unterzeichnung lässt erkennen, dass vor allem im Bereich des Gesichts und der Position des Stuhls Modifikationen vorgenommen wurden. Außerdem wurde, wie die Röntgenaufnahme dokumentiert, im Lauf des Malprozesses die Haltung der rechten Hand verändert. Diese Eingriffe und der besondere Charakter der Unterzeichnungen bezeugen einen überaus kreativen Bildfindungsprozess, der diesem Werk eine besondere Stellung im Vergleich zu den bislang bekannten Julius-Porträts verleiht.

Luther-Bildnis von Lucas Cranach d. J.

Mit der Erwerbung des Luther-Bildnisses von Lucas Cranach d. J. durch den Städelschen Museumsverein im Jahr 2010 gelang es, das bereits im Städel Museum befindliche Bildnis Philipp Melanchthons um sein Pendant zu ergänzen. Die Bilder der beiden Reformatoren können nach mehr als 86 Jahren erstmals wieder zusammen präsentiert werden und setzen als Porträtdiptychon einen neuen Glanzpunkt in der Sammlung deutscher Malerei. Die Provenienz des in New York erworbenen Luther-Bildnisses kann lückenlos zu einer französischen Privatsammlung in die 1920er-Jahre zurückverfolgt werden. Das Bildnis wurde im Gemäldeverzeichnis von Max J. Friedländer und Jakob Rosenberg noch als Werk des 1553 verstorbenen Lucas Cranach d. Ä. geführt. Dem lag nicht zuletzt die damalige Lesart der Datierung des Bildes als 1539 zugrunde. Bei einer behutsamen Reinigung des Gemäldes im Jahre 1978 kam hingegen die ursprüngliche Datierung auf 1559 zum Vorschein. Seither gilt das Gemälde als Werk des jüngeren Lucas Cranach. Es war bereits von Kurt Löcher in seiner Besprechung des Frankfurter Bestandskataloges als Gegenstück zum Städel-Bildnis von Philipp Melanchthon identifiziert worden.

"Madonna mit Kind" von Guercino

Das Frankfurter Ehepaar Barbara und Eduard Beaucamp stiftete dem Städel 2010 die um 1621/22 entstandene "Madonna mit Kind" von Guercino, einem der bedeutendsten Maler des italienischen Barock. Das ebenso kostbare wie kunsthistorisch bedeutsame Werk ist eine wichtige Ergänzung für die Altmeistersammlung des Hauses. Barbara und Eduard Beaucamp hatten die "Madonna mit Kind" 1981 im Frankfurter Kunsthandel entdeckt und damals weit unter dem tatsächlichen Wert erworben, da das Kunstwerk als Kopie des 19. Jahrhunderts bewertet wurde. Die geschulten Augen des Kunstkritikers und seiner Ehefrau Barbara Beaucamp erkannten jedoch die außergewöhnliche Qualität des Gemäldes.

Highlights

Einige Highlights der Alten Meister können Sie sich direkt auf unserer Website ansehen.

Zu den Highlights Alte Meister

Filme

Teaser

Begleitprogramm

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