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© Beat Streuli/ Courtesy Galerie Wilma Tolksdorf Frankfurt/ Berlin

BEAT STREULI

New York Astor Place, 2000

2001

Farbfotografie
Inv. Nr. DZ BANK-Sammlung im Städel Museum

152 × 202 cm

zur  Biographie

Beobachtung setzt Distanz voraus. Ein halbes Jahrhundert nach Helen Levitt und zwei Dekaden nach Robert Rauschenberg bewegt sich der Schweizer Künstler Beat Streuli durch die Straßen New Yorks (sowie anderer Metropolen) und fotografiert mit dem Weitwinkelobjektiv die urbane Menschenmenge. Im Falle der farbigen Astor Place-Serie, nach der gleichnamigen U-Bahn-Station im New Yorker East Village benannt, konzentriert er sich im Vergleich zu anderen Serien etwas stärker auf Einzelfiguren und ihre bildlichen, aber weniger realen Beziehungen. Das Spiel von Nähe und Ferne zwischen den Personen – ihr "Nebeneinander" –, die sich als Fußgänger in Wirklichkeit zweifellos wahrnehmen, aber eben nicht miteinander agieren, wird erst im Bild zum Vorschein gebracht. Obwohl die Menschen, die meist nicht wissen, dass sie fotografiert werden, für den Betrachter sehr nah erscheinen, hält der Fotograf Distanz. Streuli löst die Figuren für einen Augenblick aus dem Strom des Transits heraus. Nun erscheinen sie aber trotz aller (vor allem auch ethnischen) Unterschiede weniger als Individuen, sondern eher als nomadische Solitäre. In der Menge sind sie jedoch nicht (wie etwa im expressionistischen Film) als Masse dämonisiert, sondern sie erscheinen uns, weil wir dieser Menge im Grunde selbst angehören, in ihrer ganzen Beiläufigkeit als seltsam vertraut und fremd zugleich – als Oberfläche. So ist Streulis Blick in diesen Bildern der Anonymität in auffallender Weise auf Oberflächen gerichtet, auf Kleidung, Haare und sonnenbeschienene Gesichter. Was erzählen uns also die rote Plastiktüte und die blaue Jeansjacke der blonden Frau?

Hubert Beck
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