Größenvergleich

© Estate of Robert Rauschenberg/ VG Bildkunst, Bonn 2013

ROBERT RAUSCHENBERG

10-80-C-17 (NYC)

1980

Schwarz-Weiß-Fotografie
Inv. Nr. 5 Schwarz-Weiß-Fotografien

73 × 58 cm

zur  Biographie

Fotografiert hat Robert Rauschenberg schon immer. Wir verdanken ihm Aufnahmen aus dem Black Mountain College oder von Jasper Johns im New York der 1950er Jahre. Auch der für seine Gemälde und Grafiken wichtige und von Andy Warhol für die Malerei entdeckte Siebdruck basiert auf dem fotografischen Bild. Rauschenbergs Fotografien stammen aus der Serie In and out of City Limits aus dem Jahr 1981, in der zwar New York im Zentrum steht, aber auch andere amerikanische Städte eine Rolle spielen. Im Übrigen ist dieser Künstler auch einer der ersten Global Player in Sachen Kunst. Ganz anders als bei den New-York-Bildern von Helen Levitt und Beat Streuli ist für ihn der Mensch kein direktes Motiv. Seine Bilder sind Stadt-Skizzen mit einem elegischen und nostalgischen Zug, deren Bildraum verdichtet und deren Zeithorizont weit erscheint. Rauschenbergs Titel für seine verwandte und zeitgleiche Foto-Serie ist aufschlussreich – "Photem", die Verknüpfung von Foto und Totem. So wurde ein eigener Begriff geschaffen für die talismanischen Kräfte. Der Künstler findet sie nicht zuletzt in den Dingen, welche die Stadt wegwirft. Er kennt zwar seine Stadt, lässt sich aber immer wieder von ihr überraschen. Seine Kunst der Combine Paintings und der Assemblage ist aleatorisch wie New York selbst. Rauschenberg ist der exemplarische "Bricoleur". In Fotografien, die seine Vorliebe für das Fenstermotiv erkennen lassen, entsteht Raum durch Schichtung. Raum und Zeit sowie das lebensweltliche Manhattan und die Kathedralen der Globalisierung (die Twin Towers stehen damals noch) erscheinen gleichermaßen verdichtet. Architektur ist für Rauschenberg eine Art Palimpsest: Er versteht es, diese geschichtlichen Häute der Stadt zu abzulesen. Seine fotografischen Stadtansichten bleiben dabei immer, wie sich an den Laternen, Schildern und insbesondere den Reklamen zeigt, auf die physische Wirklichkeit der Straße bezogen. Der Perspektive der Kamera entsprechend neigt Rauschenberg zu einer gewissen Frontalität bei seinen Darstellungen. Doch wie seine Gemälde (manche mit dem heimlichen Thema New York) auch sind sie kaum nach hierarchischen Prinzipien geordnet. Jedes Detail ist gleichermaßen bedeutungsvoll.

Hubert Beck

12345  Bewertung: ()

Noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar hinzufügen

E-Card versenden


* Pflichtfeld

Absender:






Empfänger:








Nachricht:



Copyright © 2014 Städel Museum. Alle Rechte vorbehalten.