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Konservierung und Restaurierung

LUCAS CRANACH D. Ä.: GASTMAHL DES HERODES

Anlässlich der Ausstellung "Cranach der Ältere" wurde das bisher im Depot gelagerte Gemälde "Gastmahl des Herodes" von Lucas Cranach dem Älteren konserviert und restauriert. Um die Präsentation zu ermöglichen, mussten zu Beginn Konservierungsmaßnahmen durchgeführt werden, um die Substanz des Gemäldes zu sichern. Hierfür waren intensive Festigungsmaßnahmen erforderlich, Malschichtpartien, die die Haftung auf der Grundierung verloren hatten, mussten wieder festgelegt werden. Im Laufe der Zeit hatte sich die Holztafel verformt und war im Bereich der Brettfugen teilweise gerissen, was sich an der unebenen Oberfläche des Bildträgers nachvollziehen lässt.

Detailaufnahme Vorzustand Zinnteller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In diesen Bereichen entstanden Fehlstellen, die gekittet und anschließend retuschiert werden mussten. Diese teils großflächig verfärbten Retuschen beeinträchtigten das ästhetische Erscheinungsbild erheblich. Zur optischen Klärung und Beruhigung wurden sie deshalb nun durch eine erneute Retusche farblich reguliert und integriert.

Detailaufnahme Endzustand nach der Retusche am Zinnteller

 

 

 

 

 

 





Der auf dem Gemälde liegende Firnis ist in der Vergangenheit sehr unregelmäßig reduziert worden, die hellen Partien wie zum Beispiel die Gesichter und das Tischtuch wurden stärker gereinigt als die dunklen Bereiche, zum Beispiel die Haare oder der Hintergrund. Das Gesamtbild wirkt deswegen nicht sehr vergilbt. Aufgrund der Tatsache, dass unter den Retuschen und Kittungen eine vermutlich stark beschädigte Oberfläche liegt, die man im Falle einer Firnisabnahme freilegen würde und erneut kitten und retuschieren müsste, wurde beschlossen, der Malerei die Beanspruchung durch Lösemittel und mechanische Belastungen nicht zuzumuten und von einer Firnisabnahme abzusehen.

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