MAX LIEBERMANN

Freistunde im Amsterdamer Waisenhaus

1881/82

Öl auf Leinwand
Inv. Nr. 1351 (Eigentum Städelscher Museums-Verein e.V.)

79 × 108 cm

zur  Biographie

In Holland empfing der Berliner Max Liebermann entscheidende Anregungen für seine Kunst. Er studierte dort die Werke von Frans Hals und war fasziniert von dem sozialen Leben, in dem er seine politische Vorstellung von einer hierarchielosen, fürsorglichen Gemeinschaft verwirklicht sah. Schon auf seiner ersten Hollandreise 1875 entdeckte er den Hof des städtischen Bürgerwaisenhauses in Amsterdam, skizzierte spontan die Mädchen, beobachtete ihr Spiel über Wochen und kaufte ein Anstaltskleid in den Stadtfarben Rot und Schwarz. Erst 1881 komponierte er in seinem Münchner Atelier das großformatige Bild, dessen warmer Farbklang in Frühlingsgrün und Backsteinrot sich im schwirrenden Reflex der Lichtflecken bricht und dessen Figuren dank der diagonalen Gliederung sich von realistischer Abbildung im Vordergrund in reine farbliche Licht- und Schatteneffekte im Hintergrund auflösen: ein erster Schritt aus dem Realismus in den Impressionismus und zugleich die Vision einer Gesellschaft in Harmonie. Mit dem Ankauf dieses wegweisenden Bildes der deutschen Freilichtmalerei debütierte 1899 der neugegründete Städelsche Museums-Verein und stimmte mit diesem Lob des Bürgersinns zugleich ein in das Lob der reinen Malerei.
12345  Bewertung: (4.50)

sagte:
Ganz klar eines meiner Lieblingswerke. Diese Stimmung - einfach toll!
Geschrieben um: 17.07.2008 18:54
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