JOHANN FRIEDRICH OVERBECK
Der Triumph der Religion in den Künsten
Das Magnificat der Kunst
1829 - 1840
Öl auf Leinwand
Inv. Nr. 892
392 × 392 cm
Dieses monumentale Programmbild der Nazarener ist eng mit der Gründungsgeschichte des Städels verbunden. Als Interpretation der Kunstgeschichte sollte es in den Räumen des neu eingerichteten Instituts belehrend wirken auf die Besucher der Galerie und auf die Studenten der Kunstschule, die gemeinsam mit dem Museum 1816 von Johann Friedrich Städel gegründet worden war. Der Auftrag ging an Overbeck, für dessen katholisch denkende Zeitgenossen der „bei weitem größte Künstler, der je lebte“. Er arbeitete in Rom im Kloster San Isidor und wollte die Kunst reformieren durch Rückbesinnung auf die Bibel und die Werke der großen Renaissancekünstler Raffael und Dürer. Auf diesem Triumph-Bild versammeln sich über hundert Künstler um den Brunnen des Lebens und huldigen der Mutter Gottes, angeführt von König David und dem Evangelisten Lukas als Vertretern des Alten und des Neuen Testaments. Kaiser und Papst werden als Auftraggeber gezeigt, Mönche als Erzieher der Jugend, der gotische Dom als vornehmste Bauaufgabe. Dieses dogmatische Kunstverständnis passte nicht in die Aufbruchstimmung der liberalen Bürgerstadt, bei seiner Ankunft 1840 löste Overbecks rückwärtsgewandte Zukunftsvision in Frankfurt heftige Kritik aus.











