JAN VAN EYCK

Lucca-Madonna

um 1437/38

Mischtechnik auf Eichenholz
Inv. Nr. 944

65.7 × 49.6 cm

zur  Biographie

Kein anderes Gemälde Jan van Eycks vermittelt eine so unmittelbare intime Vertrautheit zwischen dem Betrachter und den dargestellten Figuren wie dieses Madonnenbild. Neben dem einfühlsam geschilderten Verhältnis von Mutter und Kind trägt hierzu der meisterliche Einsatz von Licht und Schatten bei, vor allem aber die scheinbar zufällige, in Wirklichkeit jedoch höchst raffinierte Raumgestaltung: Der Fußboden mit dem kostbaren Knüpfteppich scheint sich ebenso im Betrachterraum fortzusetzen wie die durchfensterten Wände oder die kreuzrippengewölbte Decke des Thronraums. Der Betrachter vor dem Bild blickt nicht etwa wie bei Petrus Christus’ Frankfurter Madonnentafel wie in eine vorn offene Puppenstube, er ist vielmehr gerade selbst in den Raum eingetreten, in dem die Himmelskönigin ihr göttliches Kind stillt. Die fiktive Fortsetzung des Bildraums im Betrachterraum zeigt übrigens auch die kleine Glaskaraffe im Regal rechts: In ihr spiegelt sich ein zweiteiliges Fenster, das im Gemälde selbst nur zur Hälfte dargestel t ist. Jan van Eycks Meisterwerk konnte damit seinem Auftraggeber nicht nur als Ausgangspunkt für seine individuellen Andachtsübungen dienen, sondern ebenso als Ausweis seiner kultivierten Kunstkennerschaft.
12345  Bewertung: (4.50)

CID sagte:
Dieses ist eines der exquisitesten van Eyck-Werke - von einer unglaublichen Kostbarkeit und Feinheit in der Darstellung von Stoffen, von einer Meisterschaft in der räumlichen Komposition, die fast vermuten läßt, ob nicht italienisch-flämische Beziehungen auch unter Künstlern enger waren als bisher vielleicht vermutet: Ein absolutes MEISTERWERK!
Geschrieben um: 17.07.2011 18:34
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